"Es gibt nur eine Wahrheit: dass es keine Wahrheit gibt!"
The Oxford Murders, ES/F 2008
Regie: Álex de la iglesia
Genre: Krimi
Besetzung:
Elijah Wood...............Martin
John Hurt...................Arthur Seldom
Leonore Watling.........Lorna
Julie Cox...................Beth
Jim Carter..................Inspektor Petersen
Tom Frederic............. Ludwig Wittgenstein
James Weber-Brown....Doktor
Dominique Pinon.........Frank
Inhalt:
Der argentinische Student und Mathegenie Martin (Elijah Wood) kommt als Gasthörer nach Oxford, wo er auf den charismatischen, aber zynischen Mathematikprofessor Seldom (John Hurt) trifft.
Zeitgleich geschehen perfide Morde im Umfeld der Universität. Der Killer hinterläßt kryptische Botschaften, die auf mathematischen Zeichen beruhen. Also schließen
sich die beiden gegensätzlichen Charaktere zusammen, um gemeinsam den Code
zu dechiffrieren und so die Mordsereie zu stoppen.
Meine Kritik:
Elijah Wood und John Hurt sind großartige Schauspieler, soweit so "Q.E.D.".
Die "Oxford Murders" ist eine sehr ambitionierte spanisch-französische Koproduktion,
die in gediegenen Bildern eine britische Geschichte erzählt - so viel wäre auch bewiesen.
Dass es sich hierbei um keinen blutigen Thriller, sondern eher um eine um Anspruch bemühte Kriminalgeschichte handelt, muss allerdings auch zugestanden werden. Besonders im ersten Drittel hat der Film Längen, läßt sich zu viel Zeit zur Einführung der Charaktere (obwohl wir dabei besonders über Motivationen und Herkunft unseres Protagonisten eigentlich nicht wirklich viel erfahren) und verzettelt sich in Nebenhandlungssträngen (Liebeleien der Hauptfigur) - gediegen, aber langweilig.
Nach dieser Phase und dem Einsetzen der ersten Morde kommt glücklicherweise Spannung auf und man wird neugierig auf die Entschlüsselung der Formeln, die der Killer zu jedem Mord mitliefert. Diese Idee ist beileibe nicht neu (denken wir z.B. an den auf einem wahren Kriminlfall beruhenden "Zodiac-Killer"), passt aber zugegebenermaßen perfekt ins intellektuelle Oxford-Milieu. Einige Zuschauer haben sich an den "Da VinChi Code" erinnert gefühlt. Da kann ich - abgesehen von optischen Ähnlichkeiten durch die sakrale Oxford-Infrastruktur- eigentlich nicht wirklich zustimmen; an manchen Stellen hat mich die Geschichte auf nostalgische Art und Weise eher an "Miss Marple" erinnert.
Der Film zehrt von seinen ausgezeichneten Darstellern (herrlich: Die "Buddies" Wood und Hurt) , der brillianten Inszenierung mit detailverliebter Ausstattung (nicht zuletzt Dank des für eine Europroduktion soliden Budgets von immerhin 14,1 Mio €) und den zahlreichen Anspielungen, natürlich auch auf berühmte Mathematiker und Philosophen. Im Bereich Anspruch also deutliche Pluspunkte.
Obwohl die Romanvorlage "Die Pythagoras Morde" des Mathematikers Guillermo Martínez preisgekröhnt ist, so konnte ich mich nach der Auflösung des Eindrucks nicht erwehren, dass die Geschichte überkonstruiert bzw. überfrachtet ist.
Der Film schreibt sich auch "Mystery" auf die Fahne, was ich allerdings nicht bestätigen konnte. Dabei kann ich der Literaturverfilmung alledings nicht in Abrede stellen, dass ich, nach dem schleppenden Intro, immerhin gut unterhalten wurde und der eine oder andere "Aha"-Effekt auch dabei war.
Sehenswert ist dieser elegant gefilmte Eurokrimi allemal, wobei sich der geneigte Zuschauer allerdings darüber klar sein sollte, dass in dem Film praktisch kein Tropfen Blut fließt - und es sich eher um Familienunterhaltung handelt (allerdings nicht für die ganz Kleinen!).
Mein Rating: 7/10
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